Geschenkkartenbetrug: Bereiten Sie diesen 8 Betrugsmaschen ein Ende

Jede Medaille hat zwei Seiten. Dieses Sprichwort beschreibt die Vor- und Nachteile des Geschenkkartenmarktes perfekt.

Verbraucher lieben Geschenkkarten und die Verkaufszahlen steigen. Das ist kein Wunder. Geschenkkarten sind so gut wie Bargeld. Außerdem können sie personalisiert werden, um den Interessen und Vorlieben des Beschenkten zu entsprechen. Sie sind einfach zu kaufen, können in Form einer physische Karte oder eines digitalen Kundenerlebnisses verschenkt werden und ermöglichen es dem Empfänger, genau das auszuwählen, was er möchte.

Leider sind sie auch ein gefundenes Fressen für Betrüger. Seit dem Jahr 2018 zählen Geschenkkarten zu den beliebtesten Zahlungsmethoden von Betrügern. Die Analyse von Riskified zeigt, dass Geschenkkarten-Segmente im Vergleich zu anderen Segmenten in allen Branchen signifikant riskanter sind. Zwar machen sie nur einen kleinen Prozentsatz der guten Transaktionen aus, jedoch ist ihr „Betrugsanteil“ bis zu 7 Mal höher.

Daher sind Maßnahmen zur Verhinderung von Geschenkkartenbetrug für Händler unerlässlich.

Was versteht man unter Geschenkkartenbetrug?

Als Geschenkkartenbetrug werden jegliche Arten von illegitimen Aktivitäten im Zusammenhang mit Geschenkkarten – ob als Produkt oder Zahlungsmethode – bezeichnet. Ein Geschenkkartenbetrug kann auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Unwissentlicher Kauf gestohlener Geschenkkarten von Wiederverkäufern, die sich als legitime Händler ausgeben.
  • Kauf einer „leeren“ Geschenkkarte, die bereits von Betrügern aktiviert wurde, die den Code schon vorab erhalten haben.
  • Betrügerische Aufforderung, die Aktivierungsdetails einer Geschenkkarte an einen Betrüger zu senden, der sie dann entwertet.
  • Betrüger besorgen sich gestohlene Geschenkkarten und verwenden sie, um billigere Produkte (wie etwa Socken) zu kaufen, sodass sie eher unerkannt bleiben.

Leider haben Betrüger viele Wege gefunden, Menschen zu dazu zu bringen, sie mit Geschenkkarten zu bezahlen.

8 beliebte Methoden von Betrügern beim Geschenkkartenbetrug

  1. Betrüger geben sich gerne als Regierungsbeamte – zum Beispiel von der Steuerbehörde oder der Sozialversicherung – oder als Vertreter von Dienstleistungsunternehmen wie Stromversorgern aus. Dem Opfer wird gesagt, dass es eine ausstehende Forderung oder Strafe zu zahlen hat, und es erhält dann die Anweisung, eine bestimmte Geschenkkarte zu kaufen, um diese zu bezahlen.
  2. Jemand gibt sich als technischer Support eines großen Unternehmens wie Microsoft oder Apple aus und behauptet, dass die Zahlung nur in Form von Geschenkkarten geleistet werden kann, um ein Problem zu lösen, das das Opfer angeblich hat.
  3. Betrüger kontaktieren Menschen mit dem Versprechen eines Preises oder eines Sonderangebots und fordern eine Vorauszahlung — normalerweise in Form von Geschenkkarten — um diesen/dieses einzulösen.
  4. Außerdem geben sich Betrüger manchmal als Freund oder Verwandter aus, der in einer Notsituation schnell eine Geschenkkarte benötigt.
  5. Einige Menschen haben sogar berichtet, dass sie auf einen solchen Betrug hereingefallen sind, als sie sich für ein scheinbar legitimes Vorstellungsgespräch beworben haben.
  6. Der romantische Betrüger erstellt ein Profil auf einer Dating-Website und verführt Menschen dazu, ihm Geld in Form von Geschenkkarten zu geben.
  7. Die Scheckmethode: Der betroffenen Person wird ein Scheck im Wert eines bestimmten Betrags gegeben, der den vereinbarten Betrag übersteigt. Anschließend wird die Person aufgefordert, den Differenzbetrag in Form einer Geschenkkarte zurückzuzahlen. Nur ist der Scheck gefälscht und die betroffene Person wird den über die Geschenkkarte bezahlten Betrag verlieren.
  8. Geschenkkartenentwertung: ein beliebtes Betrugschema mit Geschenkkarten im Jahr 2023. Betrüger verwenden ein Lesegerät, um die physische Geschenkkarte einzuscannen und ihre Kartennummer zu erhalten. Manchmal wird die Verpackung geöffnet, um die Aktivierungsdaten zu erhalten, und dann wieder geschlossen. Sobald die Karte von einem ahnungslosen Verbraucher gekauft wird, löst der Betrüger die geladenen Gelder mit der gestohlenen Nummer ein.

Tipps, die Sie Ihren Kunden verraten sollten

Am wirksamsten schützt man sich vor einem Geschenkkartenbetrug, indem man vorsichtig bleibt und sich eines merkt: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist meist auch nicht wahr. Klären Sie Ihre Kunden über diese Strategien zur Verhinderung eines Geschenkkartenbetrugs auf, um zur Bekämpfung von Betrügern beizutragen.

  • Käufe sollten nur bei bekannten und seriösen Verkäufern getätigt werden.
  • Regierungsbeamte und Dienstleister werden niemals zu Zahlungen in Form von Geschenkkarten auffordern.
  • Beim Kauf physischer Geschenkkarten sind die Verpackung und die Schutzaufkleber auf Anzeichen von Manipulation hin zu überprüfen.
  • „Überprüfen Sie Ihr Guthaben“-Websites sind oft Deckmäntel, die von Betrügern eingerichtet wurden, um den Inhalt der Geschenkkarten zu stehlen. Personen, die nach der PIN oder dem Sicherheitscode fragen, sollte unbedingt misstraut werden.
  • Im Falle einer Kontaktaufnahme von einem Freund oder Verwandten, der sich angeblich in einer Notsituation befindet, ist unbedingt zu prüfen, ob dies tatsächlich stimmt, bevor eine Karte gekauft oder gesendet wird.
  • Die meisten großen Einzelhändler wie Amazon, eBay und iTunes bieten eine Hotline oder Kontaktadresse für die Meldung von Betrügereien an.
  • Im Betrugsfall ist die für das jeweilige Land zuständige Behörde zu kontaktieren. In den USA ist das die Bundeshandelskommission.

Die Auswirkungen auf Händler

Händler lieben es, Geschenkkarten zu verkaufen, ebenso wie Verbraucher es lieben, sie zu erhalten. Geschenkkarten erhöhen die Kundenfrequenz in Einzelhandelsgeschäften, wenn Verbraucher sie kaufen und Empfänger sie einlösen. Empfänger geben beim Einlösen oft mehr als den Wert der Geschenkkarte aus, durchschnittlich fast 32 Dollar zusätzlich, was direkt in die Kasse des Händlers fließt. Geschenkkarten bieten zudem eine attraktive Gewinnmarge.

Doch die Medaille hat leider zwei Seiten.

Geschenkkarten gelten als eine Produktkategorie mit erhöhtem Risiko. Laut den Daten von Riskified ist das Risiko viermal höher als beim Verkauf physischer Waren, da Betrüger Karten mit gestohlenen Geldern kaufen, die dann zu Rückbuchungen führen. Die Händler sind für derartige Rückbuchungen und Gebühren verantwortlich, die zu Umsatzverlusten führen. Häufen sich zu viele solcher Fälle, könnte es vorkommen, dass Sie die von den Kartenanbietern festgelegten Streitfallgrenzen überschreiten.

Und nicht nur das, sondern Ihre betrogenen Kunden könnten aufhören, Ihrer Marke zu vertrauen, und nie wieder in Ihren Geschäften einkaufen, auch wenn der Betrug nicht Ihre Schuld war.

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Warnzeichen erkennen

Die eindeutigen Anzeichen dafür, dass Betrüger in Ihrer Geschenkkartenabteilung am Werk sind, können Folgende sein:

  • Schnelle Rückbuchungen: Die Daten von Riskified haben gezeigt, dass Rückbuchungen im Zusammenhang mit Geschenkkarten etwa zweimal schneller erfolgen als Rückbuchungen nach einem Kauf physischer Waren. Leider kann dies die Rückbuchungsrate eines Händlers beeinträchtigen, die von den Ausstellern zur Bestimmung der Reputation eines Händlerkontos herangezogen wird.
  • Überwachungsvolumen: Laut den Daten von Riskified gibt es offenbar einen bestimmten Schwellenbereich, in dem Geschenkkartenkäufe besonders betrugsanfällig sind. Betrüger kaufen oftmals zwischen 11 und 50 Geschenkkarten auf einmal.
  • Verpackungsmanipulation: In vielen Fällen kommen Betrüger in Ihr Geschäft und manipulieren die Verpackung, um die darin enthaltene Geschenkkarte zu stehlen. Überprüfen Sie Ihre Waren auf offensichtliche Verpackungsfehler hin. Fahren Sie dann mit dem Finger über die Rückseite der Geschenkkarte, um festzustellen, ob Sie Unstimmigkeiten an der Verpackung wahrnehmen, die möglicherweise nicht mit bloßem Auge sichtbar sind.
  • Überprüfen Sie Ihre Betrugsrate bei Geschenkkarten: Die Saisonalität sollte bei der Bewertung der Betrugsraten bei Geschenkkarten berücksichtigt werden, da sowohl der Verkauf als auch der Betrug meist um Feiertage ihren Höhepunkt erreichen. So stellte das Insights-Team von Riskified fest, dass die Betrugsversuche rund um den Muttertag in den Jahren 2023 und 2024 jeweils im Schnitt um 30 % zunahmen. Es ist zwar wichtig, die Betrugsrate im Auge zu behalten, jedoch sollten Sie auch darauf achten, dass Sie während umsatzstarker Verkaufsperioden nicht zu oft ablehnen.

Tipps für Händler zur Verhinderung von Geschenkkartenbetrugsfällen

  1. Nutzen Sie Geschenkkartendaten: Geschenkkarten bieten mehr Anonymität als andere Zahlungsmethoden, was oft der Grund ist, warum sie für Betrüger attraktiv sind. Dennoch könnten Geschenkkarten spezifische Datenelemente enthalten, die Sie für einen strengeren Schutz nutzen können. Erwägen Sie beispielsweise die Erfassung der E-Mail-Adressen des Absenders und des Empfängers.
  2. Legen Sie Geschenkkartenobergrenzen fest: Es ist für Betrüger attraktiver, eine Geschenkkarte im Wert von 500 USD zu kaufen, anstatt 20 zu je 25 USD. Erwägen Sie, eine angemessene Dollargrenze für Ihre Geschenkkarten festzulegen, um zu verhindern, dass Betrüger Ihr Geschäft belästigen.
  3. Durchsetzung einer täglichen Ausgabenobergrenze: Betrüger wollen nicht erwischt werden, darum handeln sie schnell. Wenn Sie Regeln aufstellen können, wie viel eine Person pro Tag mit einer Geschenkkarte ausgeben kann, könnte dies dazu beitragen, Hindernisse zu schaffen, die Betrügern zu lästig sind.
  4. Technologie zur Prävention von Geschenkkartenbetrug: Einzelhändler, die von diesem schnell wachsenden Segment profitieren möchten, ohne dabei neue Schwachstellen in ihre Abläufe einzubauen, sollten auf Technologielösungen setzen, die über starke digitale Erkennungsfunktionen verfügen und sich in Echtzeit an Veränderungen des Verbraucherverhaltens anpassen können. Angesichts des bedauerlichen Anstiegs von Geschenkkartenbetrügereien, die von raffinierten Betrügern verübt werden, sind Technologien in den meisten Fällen die beste Verteidigungslinie.

Der Geschenkkartenbetrug kann eingedämmt werden, jedoch erfordert dies Wachsamkeit. Ob mit einem internen Team oder einem externen Experten für Technologien zur Betrugsprävention und Risikosteuerung, können Sie diesen Kanal genau überwachen und intelligente Maßnahmen zur Prävention von Geschenkkartenbetrügereien implementieren, um Betrugsfälle in Ihrem Unternehmen zu verhindern.

1Alle Erkenntnisse basieren vollständig auf internen RSKD-Daten.

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